Pädagogisches Konzept der Krippe

 

Die pädagogische Arbeit in der Krippe basiert auf der Konzeption der Kita und orientiert sich an den Grundgedanken der ungarischen Ärztin und Pädagogin Emmi Pikler.

 

Liebevolle Zuwendung und respektvoller Umgang

Wir nehmen jedes Kind so an, wie es ist, und vertrauen auf seine individuellen Kompetenzen. Das Kind ist für uns ein aktiver Initiator und Forscher seiner eigenen Entwicklung. Es lernt das, wofür es bereit ist, und erhält dabei nur so viel Unterstützung wie nötig, damit es Freude daran entwickeln kann, seine Handlungen selbstständig zu meistern.

Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit dem Kind bedeutet für uns:

  • dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen,
  • alle Handlungen sprachlich anzukündigen (z. B. beim Hochnehmen oder Wickeln),
  • sich ausreichend Zeit zu nehmen,
  • aufmerksam zuzuhören – sowohl der Sprache als auch der Körpersprache des Kindes,
  • auf Antworten und Reaktionen zu warten und einzugehen,
  • die Aktivitäten und Pflegesituationen sprachlich zu begleiten.

Eingewöhnungskonzept gibt Sicherheit

Das Wichtigste ist es, sich Zeit zu nehmen, damit das Kind „ankommen“ kann und gleichzeitig den Eltern die Gelegenheit zu bieten, Vertrauen zur Einrichtung aufzubauen. Um dem gerecht zu werden, gibt es in unserer Einrichtung folgendes Eingewöhnungskonzept:

  • Die Bezugserzieherin und Leitung führen ein Anmeldegespräch mit den Eltern vor dem Eintritt in die Krippe
  • Eingewöhnungszeit, die individuell nach den Bedürfnissen des Kindes gestaltet wird (ca. 3-6 Wochen). In der ersten Woche finden Besuche gemeinsam mit einem Elternteil statt, in der zweiten Woche folgen erste, kurze Trennungen, in der dritten Woche und vierten Woche verlängert sich die Anwesenheit schrittweise.
  • Alles, was das Kind in einer neuen Umgebung das erste Mal erlebt, sollte es mit einem Elternteil erleben

Die Rolle des erwachsenen Begleiters während der Eingewöhnung:

  • „Beobachte mehr, tue weniger!“ > da sein und Zeit haben, wenn Kinder Nähe brauchen, wenn sie sich wehgetan haben, zum Trösten, Kuscheln…
  • Verlässlichkeit > Ansprache > Kontakt >>>  gibt einem Kind Sicherheit
  • Erwachsene sind Vorbild im Umgang mit anderen, mit dem Material und im alltäglichen Tun
  • Konsistenz, klare Grenzen und Erwartungen vermitteln > das hilft dem Kind, sich zu orientieren
  • Umgebung schaffen, in der das Kind neue Erfahrungen machen kann

 

Pflegesituationen: Wickeln, Töpfchen, Toilette, Essen

    Der Aufbau und die Pflege der Beziehung zur Erzieherin, sind hier am Wichtigsten.
    Beim Wickeln, Anziehen, Füttern gehört dem Kind die volle Aufmerksamkeit, es soll das Gefühl bekommen: „Jetzt bin ich am Wichtigsten!“ – Dadurch wird es „satt“ an Beziehung und kann so in Bewegung und Spiel selbständig agieren und die Umgebung erforschen. Wichtig sind Ruhe, Zeit und Respekt. Alle nötigen Utensilien sollen vorbereitet und in greifbarer Nähe sein.
    Des Weiteren:

    • Das Tun und alle Dinge ankündigen und mit Worten, Gesten und Blickkontakt begleiten
    • Das Kind zum gemeinsamen Tun bei der Pflege/Essen ermutigen
    • Es gibt einen Steh- und einen Liege-Wickelplatz.
    • Wickelutensilien wie Windel, Pflegeprodukte, Wechselwäsche werden von zu Hause mitgebracht. Diese haben ihren Platz im Eigentumsfach des Wickelraumes.

      Sauberkeitserziehung

      ist ein individueller Prozess der Zeit braucht!

      • Er beginnt, wenn das Kind Interesse zeigt.
      • Körperliche, seelische und geistige Reifungsprozesse, sowie Sprache sind Voraussetzung
      • Geduld und Respekt sind wichtig > kein Zwang, Druck, Belohnung oder Strafe!

         

        Bewegungsentwicklung

        Das Kind hat einen inneren Bauplan. Es ist Akteur seiner Entwicklung. Man muss einem Kind nicht beibringen, wie es krabbelt, läuft usw… Dies alles lernt es selbst und in seinem eigenen Tempo. Daher braucht das Kind nicht eine Hand, die es herumführt, sondern es muss die Möglichkeit vorfinden, dass es sich ungestört ausprobieren und selbst Lösungen finden kann. Kinder benötigen keine Hilfe, im Sinne, dass sie schwach und hilfsbedürftig sind; sie brauchen unsere liebevolle Aufmerksamkeit, Bestätigung in ihrem Tun, eine anregende, sichere und eine dem Alter entsprechende Umgebung, wo sie innerhalb klarer Grenzen ihr Spiel und ihre Bewegungsfähigkeit autonom entwickeln können. Kinder, die die Freiheit hatten, ihre Motorik im eigenen Rhythmus und aus eigener Kraft zu entwickeln, sind in der Regel vor Unfällen geschützt. Sie sind es gewohnt, sich achtsam zu bewegen.
        Da sich die Fußmuskulatur noch entwickelt, ist es besser drinnen keine Schuhe anzuziehen, stattdessen barfuß oder Socken mit Gummi- oder Ledersohle zu tragen.

        Vorbereitete Umgebung

          …braucht das Kind, um sich nach seinem inneren  Bauplan entwickeln zu können

          • Daher sind unsere Räume, in denen sich die Kinder eigenständig und sicher bewegen  folgendermaßen eingerichtet:
          • Kindgerechte Möbel
          • Elemente, die zur Bewegung auffordern
          • Orte, an denen sich die Kinder zurückziehen können
          • Materialien, die sie erforschen und entdecken können
          • Der Raum bleibt überschaubar und bietet damit eine äußere Ordnung, das gibt dem Kind Sicherheit
          • Spielgitter – sie ermöglichen dem Kind Freiräume und Flächen zum konstanten, ungestörten Spiel

          Leitsatz: „Vor großen Gefahren schützen- kleine Gefahren kennenlernen!“